Der Ton

In der Musik ist der Ton im physikalischen Sinn kein Ton, sondern ein Klang.
Ein Ton im Sinn von Klang ist – akustisch betrachtet – ein komplexes Gemisch aus einem Grundton, der für die Tonhöhenwahrnehmung verantwortlich ist, und mehreren gleichzeitig erklingenden Partial- oder Obertönen. Die rote Kurve demonstriert den logarithmischen Charakter der Notation. Die Zahlen in der oberen Reihe nummerieren die Obertöne, diejenigen in der unteren Reihe geben die Abweichung des jeweiligen Partialtones von der “gleichschwebend temperierten Stimmung” in Cent an (1 Oktave = 1200 Cent, daraus folgt: 1 Halbtonschritt = 100 Cent).

 

Verwandtschaft und Beziehung der Töne untereinander
Unterteilt das Klavier die Töne offensichtlich gleichmässig in Oktaven und diese wiederum gleichmässig in 12 Halbtonschritte, stimmt dies nur, wenn die harmonische Teilung der Töne zugunsten der gleichschwebenden Temperatur aufgegeben wird.

 

Gleichschwebend versus Rein
Man vergleiche (siehe Link oben) Gleichschwebend mit dem Gesicht einer Schaufensterpuppe und Rein mit irgend einem menschlichen Gesicht. Das Gesicht links gehört Alizée und ist rein, das Gesicht rechts ist aus der linken Hälfte konstruiert (gespiegelt) und mit der gleichschwebenden Temperatur vergleichbar.

Richtig oder Falsch?
Singt jemand richtig oder falsch oder vielleicht doch nur ein bisschen falsch? Ist die Antwort eine Meinung, eine Behauptung oder messbar? Singen klassisch ausgebildete SängerInnen dank ihrer Ausbildung richtig und PopsängerInnen, weil meist ohne Gesangsausbildung, zum Vornherein falsch?
Zuerst einmal:
Kein Instrument kann sich auch nur annähernd so vollkommen an die oben beschriebenen, physikalischen Voraussetzungen anpassen wie die menschliche Stimme. Und kein Instrument ist darum auch nur annähernd so schwierig zu bedienen wie die menschliche Stimme. Daraus lässt sich vorläufig schliessen, dass ohne Gesangsausbildung in den allerwenigsten Fällen möglichst rein gesungen werden kann. Die Reinheit der Töne ist messbar: einmal durch das (mehr oder weniger) musikalische Hörvermögen des Menschen, aber auch mit jedem einfachen Frequenzmessgerät. Wenn also z. B. Dieter Bohlen während einer Live-Sendung ohne Messgerät sagt, eine Sängerin singe falsch, lautet die Frage nicht, ob er das meint oder behauptet (und damit Recht hat oder nicht), sondern, ob er das hört oder nicht.

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Monika Ivkic I’m every woman (achte respektive höre das erste ever, das heisst den 2. Ton. er ist zu hoch. Weil die Tonabstände innerhalb einer Temperatur eine feste Grösse bilden, lässen sich die ersten beiden Töne von Monika aufzeichnen und der zu grosse Abstand belegen. Darum kann nicht jemand finden, der Ton sei falsch oder nicht falsch gesungen, sondern nur hören resp. nicht hören, dass er zu hoch ist. Aber wie sagen doch die Bratschisten? “Lieber z’hoch als falsch”)

Folgende Parameter lassen sich an einem Ton beschreiben:

- die Tonhöhe lässt sich akustisch als Frequenz ausdrücken oder praktisch in Tonsymbolen notieren
- die Lautstärke oder Tonstärke; sie lässt sich akustisch als Amplitude oder als Schalldruck ausdrücken, aber auch pragmatisch durch Lautstärkeangaben (mässig laut, zu laut usw.)
- die Klangfarbe lässt sich akustisch annähernd durch mitschwingende Teil-, Ober- oder Partialtöne charakterisieren oder praktisch durch Instrumentangaben und Spielweisen bestimmen
- die Tondauer lässt sich physikalisch-akustisch in Sekunden messen oder durch Notenwerte mit Tempoangaben bestimmen

Töne lassen sich auf 5 verschiedene Arten herstellen:
- schlagen (Klavier)
- streichen (Violine)
- zupfen (Gitarre)
- blasen (Trompete)
- elektromagnetisch (Lautsprecher)